Werkzeug

Messer

Das erste worüber man auf allen Outdoor/Survival/Prepper-Seiten stößt sind endlose Diskussionen über das richtige Messer. Ok, das mag jetzt ein Outdoor-Klischee sein, aber mein wichtigstes Werkzeug ist wirklich ein Messer. In meiner Jugend habe ich ungefähr 6 Schweizer Taschenmesser, entweder verloren  (was immer eine kleine Tragödie war) oder einfach so abgenudelt das es nicht mehr brauchbar war. Wegen der präzisen Schere hab ich immer noch Eines dabei. Nachteil der Schweizer: die nicht fixierbare Klinge die dann gern auch mal auf die eigenen Finger schnappt.

Seit ungefähr 10 Jahren trag ich daher ein Leatherman Wave an meiner Hüfte das ca. 5x am Tag zum Einsatz kommt – Zange, Schraubenzieher oder Klinge. Hier bin ich beim zweiten – es lebe die lebenslange Garantie, weil Nr. 1 hab ich auch schon gekillt (dazu musste ich mich aber sehr anstrengen). Beim Campen hab ich den aber eher selten gebraucht: Klinge zu klein und schwach, die Säge zu kurz, und die Zange ist maximal zu nähen nötig.

Update 2015-09-08: Den Wave habe ich inzwischen durch den viel leichteren Skeletool CX ersetzt. Hat auch alles drauf was ich so täglich brauche ohne überladen zu sein. Um die Schere zu ersetzen die hier nicht dabei ist bleibt am Schlüsselbund ein Victotrinox 58mm Classic. Gruß an Leatherman – die Mini-Schere da ist besser als die am Wave. In Kombi mit dem CX: Daisho!

» Leatherman Skeletool CX

» Victorinox Classic Schwarz

Draußen (und damit meine ich auch den Garten) brauch ich etwas stabileres. Vor ein paar Jahren habe ich in Finland die Firma Brisa entdeckt die mit allerlei Messerklingen handelt, darunter auch ihre Eigenmarke „Enzo“.  Die Klingen sind mörderisch scharf, halten den Schliff auch sehr gut, und immens stabil auch bei härtester Beanspruchung. Etwas zu hart vielleicht, Pecker an der Schneide zieht man sich schon zu wenn man nicht aufpasst.  Mein Favorit nach mehreren Versuchen (teilweise auch für Freunde produziert): Trapper S30V, ein pulvermetallurgischer Stahl, mit G10 Griffschalen und einer Kydex-Scheide. Damit kann man auch  Anmachholz spalten. Inzwischen hab ich mir aber auch eine Leder-Scheide dazu gebastelt die man auch umhängen kann.

Will man unbedingt einen Größeren, äh etwas Längeres – na egal haben und möchte nicht selber bauen wäre das Cold Steel SRK sicher ein guter Tipp.

Manchmal ist klein aber auch praktisch, vor allem zum Mitnehmen, oder wenn es in deutsche Lande geht. Daher gibt’s auch das kleine Enzo Necker – nur 7 cm Klinge, diese ist aber trotzdem 3mm stark und mit der gleichen Präzision gefertigt wie sein großer Bruder.

Update 2015-09-08 : Und gerade das kleine Necker ist inzwischen mein Lieblingsalltagsmesser geworden. Weil es klein genug ist um es ständig herum zu tragen, somit auch immer zur Hand ist. Und für die meisten Arbeiten auch stabil genug, aber nicht so schwer wie das Trapper. Mit einer kleinen Kydex-Scheide ein perfektes Werkzeug.

Axt

Für gröbere Feuerholzarbeiten hab ich – solange es nicht ums Gewicht geht – eine Axt mit. Die kleine Fiskars X5 wenn im Raum steht das ich sie trotzdem herumtragen muss – bei dickeren Stämmen Feuerholz gehört allerdings viel Technik dazu mit dem Mini-Ding wirklich was zu spalten – oder wenn es ganz egal ist der große Bruder X11, mit der auch gröbere Baumstämme kein Problem sind.

Weit traditioneller aber natürlich so ein „habenwollen“ wäre natürlich stattdessen eine kleine Gränsfors-Axt, z.B. das Wildmarksbeil. Naja, irgendwann vielleicht.

Update 2013-04-26: kleine Äxte sind lieb, leicht und putzig. Nachdem ich jetzt an den letzten Wochenenden mit meinem kleinen Beilchen verzweifelt an großen Holzscheiten genagt hab ist die Bestellung für die Gränsfors draußen. Aber nicht das 36cm Wildmarksbeil, sondern gleich für die 50cm Forstaxt. Gewicht hin oder her, zu kleine Äxte sind grad mal für Anmachholz nett, bei großen Stücken aber sogar etwas gefährlich, will oder muss man wirklich Feuerholz herrichten muss was Größeres her. Bericht folgt sobald das Ding eingetroffen und in Verwendung gewesen ist. Anmachholz kann ich aber auch mit dem Enzo abspalten, dafür brauchts keine Axt sondern nur das Messer und einen zweiten Holzscheit.

Update 2013-06-06: Inzwischen hatte ich die Axt im Gebrauch. Fantastisch, die anderen Äxte rücken jetzt irgendwie als uninteressant in die Ecke und werden vorerst nur mehr zuhause eingesetzt. Was aber dazukommt: da bei Festen meist nur Klafter-Holz zur Verfügung steht hab ich auch meine Felco 600 Säge dabei um die Trümmer auf Scheitgröße zu reduzieren.

Wenn ich keine Axt dabei hab nehm ich mit dem Zelt immer auch einen kleinen Hammer mit um die Herringe auch in einen harten Boden reinzubekommen.

Feuer

Der Bruder des Holzes ist irgendwie das Feuer. Dafür hab ich mehrere Methoden. Die einfachste: ein 08/15 Bic-Feuerzeug. Etwas komplizierter: neben den Leatherman hab ich auch ein Firesteel, also sowas wie einen dicken Stab aus dem selben Material das in den Feuerzeugen für den Funkenflug zuständig ist. Mittelalterlich kann ich es auch – aber das ist eine andere Geschichte.

Dazu: Zunder, selbst hergestellt aus Baumwolle in der Zunderdose. Und weil so ein Zunder schnell weggebrannt ist: Wattepads, getränkt mit Wachs als Feueranzünder. Einfach knicken damit man eine etwas ausgefranste Stelle hat, brennt schön lange, selbst bei starkem Wind.

Update 2013-09-26

Nachdem ich auf Galileo gesehen habe wie sich ein nicht besonders informierter Reporter vergeblich mit dem Firesteel abgemüht hat: irgendeine Art von Zunder ist für diese Art des Feuermachens unumgänglich. Die mit Wachs getränkten Pads funktionieren erst wenn man schon eine Flamme hat. Wie man zu der kommt (Zunder, Baumwollfasern vom Trockner, Rohrkolben, Feuerschwamm, Holzstaub, trockenes Gras + Stahl und Firesteel) ist egal, aber es funktioniert NICHT einfach mit dem Firesteel Funken auf ein Stück Holz zu schlagen. Bei mir haben das 10-jährige Kids mit ein paar Tipps verdammt schnell bis hin zum Feuer zusammengebracht – was dem Reporter nicht gelang….

 

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