Die Waldviertler Kälteskala

Aus gegebenem Anlass in leichter Abwandlung eines alten Textes:

  • +10°    Die Waldviertler pflanzen Blumen.
  • + 5°     Die Waldviertler nehmen ein Sonnenbad,
    falls die Sonne noch über den Hügel steigt.
  • + 2°     Italienische Autos springen nicht mehr an.
  •    0°     Destilliertes Wasser gefriert.
  • – 1°      Der Atem wird sichtbar.
    Zeit, einen Mittelmeer-Urlaub zu planen.
    Die Waldviertler essen Eis und trinken kaltes Bier.
  • – 4°      Die Katze will mit ins Bett.
  • – 7        Französische Autos springen nicht mehr an.
  • – 10°    Zeit, einen Afrikaurlaub zu planen.
    Die Waldviertler schlagen ein Loch ins Eis und gehen schwimmen.
  • – 12°    Zu kalt zum Schneien.
  • – 15°    Amerikanische Autos springen nicht mehr an.
  • – 18°    Die Waldviertler tauschen Sandalen gegen Halbschuhe.
  • – 20°    Der Atem wird hörbar.
  • – 22°    Zu kalt zum Eislaufen.
  • – 23°    Politiker beginnen die Obdachlosen zu bemitleiden.
  • – 24°    Deutsche Autos springen nicht mehr an.
    Die Waldviertler Hausbesitzer drehen die Heizung auf.
  • – 26°    Aus dem Atem kann Baumaterial für Iglus geschnitten werden.
  • – 29°    Die Katze will unter den Pyjama.
    Die Waldviertler schließen den obersten Hemdknopf.
  • – 30°    Russische Autos springen nicht mehr an.
    Der Waldviertler flucht, tritt gegen den Reifen und kurbelt seinen Steyr 28er an.
  • – 31°    Zu kalt zum Küssen, die Lippen frieren zusammen.
    Die Schremser Fußball-Mannschaft beginnt mit dem Training für den Frühling.
  • – 35°    Zeit, ein zweiwöchiges heißes Bad zu planen.
    Die Waldviertler schaufeln den Schnee vom Dach.
  • – 38°    Quecksilber gefriert. Zu kalt zum Denken.
    Die Waldviertler schließen das Klofenster.
  • – 40°    Das Auto will mit ins Bett.
    Die Waldviertler ziehen einen Pullover an.
  • – 50°    Die Eisbären verlassen den Nordpol.
    Die Waldviertler tauschen Fingerhandschuhe gegen Fäustlinge.
  • – 70°    Die Eisbären verlassen das Waldviertel.
    An der Hauptschule Gmünd wird ein Langlaufausflug organisiert.
  • -75°     Der Weihnachtsmann verlässt den Polarkreis.
    Die Waldviertler klappen die Ohrenklappen der Mütze herunter.
  • -114°   Alkohol gefriert.
    Der Waldviertler ist sauer.
  • -268°   Helium wird flüssig.
  • -270°   Die Hölle friert zu.
  • -273°   Absoluter Nullpunkt. Keine Bewegung der Elementarteilchen.
    Die Waldviertler geben zu: „Jo, es ist a bissi frisch, gib‘ ma no an Schnaps zum lutschen!“

Garmanns im Winter

Nun ist es soweit, der Winter hat wirklich Einzug gehalten.

Zeit daher mal die Fensterläden auszuprobieren (soweit vorhanden, warum fehlt da ein Teil *grmbl*) und, nachdem Außenarbeiten bis auf Holzmachen jetzt eher ausfallen, mal drinnen etwas Zeit investieren.

Offensichtlich ist nicht viel passiert am Wochenende, die Arbeiten liegen alle im Detail – unten den Kamin verputzt und mit der Nitroverdünnung die Kleberreste von den Fliesen gelöst (schnüffeln wird überschätzt, hatte nur kräftig Kopfweh). Und in der Küche aufgeräumt, und angefangen durchzuputzen. Sieht schon mal viel besser aus wenn nicht überall die Spinnweben herumhängen (naja, ein paar hab ich noch übersehen) *ggg*.

In der Küche mal zwei der verdreckten Kastln die eh nicht dazupassen abmontiert – da sind zwar jetzt weiße Stellen an der Wand, aber es sieht gleich viel besser aus, und Stauraum hab ich eh genug.

Im Holzhaus auch zusammengeräumt, Werkzeug mal sortiert und etwas umgestellt. Ist jetzt schon sehr gemütlich…der Winter kann kommen, hat jetzt etwas von Hütten-Flair.

Streusplit brauch ich noch, daweil geht es, aber wenn der Schnee mehr wird könnte sonst die Ausfahrt ein Problem werden. Dafür hab ich endlich den Garagentüröffner gekriegt, nur noch codieren, dann geht das auch bequem, und das Carport ist für Besucher auch frei.

Kochen und verputzen

Am letzten Wochenende war ich wieder in Garmanns, und Paul kam wieder zur Hilfe. Also hab ich zuerst mal gut aufgekocht damit wir nicht verhungern.

Und dann haben wir dazugeschaut das wieder mal ein paar Sachen fertig werden. Nachdem mir eine Woche davor der Beton ausgegangen ist hab ich jetzt zwei Säcke hinaufgeschleppt und den Rauchfang endlich fertig zugemacht. Das hält jetzt, da kann ich nächstes Wochenende auch schon fertig verputzen.

Paul hat inzwischen oben fertig verputzt, und ich muss sagen: die Stelle ist jetzt schöner als der Rest der Wand.

Die Heizung ist auch an die endgültige Position gewandert damit ich mir einmal die Rohre ausmessen kann. Muss ich nur noch besorgen….blöd jetzt so knapp vor Weihnachten, vielleicht schaffe ich es in den Tagen vor Silvester.

Oben haben wir auch endlich die letzte Bahn der Dampfsperre angebracht, und die ersten Gipskartonplatten angeschraubt – damit können wir auch die Heizkörper wieder aufhängen, und der Installateur kann sie anschließen wenn er kommt.

Sonnig aber windig war es, und am Garmannser Advent waren wir auch – wenn auch nicht wirklich lange weil es uns so durchgeblasen hat….richtige Waldviertler sind wir immer noch nicht 😉

Rauchfang zumachen

Zu viel bin ich die letzten Wochen neben der Arbeit nicht gekommen, heute ist wieder was weitergegangen: Der Rauchfang oben ist zu, und unten hab ich ein gutes Stück geschafft – bis mir der Zement ausgegangen ist….

Und bei uns Mittelalterleuten wird nichts verschwendet: sogar der Ruß der beim Einziehen des Rauchfangs runtergekommen ist hat eine Verwendung gefunden, Crow macht Tinte draus.

Trivial oder tragisch – die richtige Kleidung

Am letzten Wochenende habe ich viele frierende Menschen gesehen. Nein, ich war nicht in einem Katastrophengebiet, nicht mal weit außerhalb der Zivilisation, es war eigentlich kein Outdoor-Event, und die Wetterbedingungen waren nicht extrem oder unüblich.

Und es dreht sich heute um ein ganz triviales Thema – nicht um Spezialkleidung für Outdoor und Wanderung. Es geht um die ganz normale Kleidung die wir täglich tragen.

Warum mir das einen Artikel wert ist? Das sagt einem doch der gesunde Hausverstand dass man sich der Witterung entsprechend anzieht!

Leider sind wir offenbar von der Zivilisation zu sehr verwöhnt. Zentralbeheizte Räume, warme Autos und Öffis, beheizte Lokale – fällt dann die Situation auch nur leicht aus dem Rahmen kommen wir drauf dass wir das Wetter unterschätzt haben – und es wird unangenehm.

Was war passiert? (Mit diesem Aufhänger rechnet man hier irgendwelchen Wetterkapriolen – aber es war ganz banal).

Mittelalterfest auf der Burg Kreuzenstein. Die Burg dicht im Nebel eingepackt, teilweise Nebelreißen und Nieselregen, zeitweise Windböen, und das alles bei für die Jahreszeit milden +2°. Viel mehr Besucher als erwartet, daher waren die nahen Parkplätze überfüllt, und die Besucher mussten teilweise am Fuße des Hügels parken und zu Fuß rauf  – und natürlich auch wieder runter. In den Burghöfen war offenes Feuer verboten, und auch fast keine Elektrik vorhanden. Daher gab es keine Möglichkeit sich aufzuwärmen – außer der überfüllten Taverne.

Dadurch standen immer wieder Besucher vor uns die schon nach einer Stunde nass und durchfroren waren – was die an sich gute Stimmung trübte und den Besuch sicherlich verkürzte – vor allem wenn die Aussicht auf den Weg zurück zum Auto noch im Raum stand.

Es muss also gar keine Katastrophe passieren – und schon hat man frierende Menschen, einfach weil die Situation unterschätzt wurde.

Meine Tipps daher:

Gerade wenn es hinaus geht – und es muss nicht weit sein, die Kreuzenstein ist ja auch vor den Toren Wiens – passt euer Gewand der Witterung an und nehmt Reserve mit. Im Auto oder im Rucksack ist es kein Problem zusätzlich eine Wind- und Regenjacke und einen Pullover zu verstauen. Gerade wenn die Wege dann doch etwas weiter und das Wetter doch etwas nässer ist sind diese Kleidungsstücke Gold wert. Ich bin ein großer Freund von Wollstoffen, gut gewalktes und verfilztes Material hält die Wärme drin, schwitzt nicht, hält den Wind vom Körper und lässt sogar Regen und Nebelreißen abperlen.

Setzt euch was auf. Den größten Wärmeverlust hat man immer noch am Kopf. Hut, Kappe, Haube – das bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen. Und abgesehen von der Wärme ist es auch angenehm wenn es euch nicht direkt kalt auf den Kopf tropft – da steigt die Laune schon um ein Vielfaches.

Handschuhe: kalte Finger lassen selbst harmlos niedrige Temperaturen viel schlimmer erscheinen. Mein Favorit vor allem wenn es wirklich nass und kalt wird sind Lammfellhandschuhe. Weil die halten selbst dann noch warm wenn sie doch nass geworden sind – das konnte ich am Wochenende auch selbst gut testen.

Warme Schuhe und dicke Wollsocken: gerade wegen der wärmeregulierenden Eigenschaften sind dicke Wollsocken im Winter die erste Wahl. Nimmt man welche mit einem geringen Synthetik-Anteil in der Wolle (ein bissi was macht Sinn, damit die Socken in der Maschine waschbar sind) braucht man sich auch keine Sorgen machen wenn man dann mal im Warmen sitzt. Ist man mit dem Auto unterwegs kann man auch eine Reserve einpacken die zum Tragen kommt wenn die Schuhe wirklich nass geworden sind.

Also, ziagt’s eich gscheit on, dann frierts ned. Wir haben auch das ganze Wochenende oben ausgehalten – mit gutem Mittelalter-Gwand (und da ist auch viel Wolle dabei).