Jagen und fangen in Garmanns

War wieder mal ein schönes Wochenende, zuerst am Fest in Purgstall, dann gab es reiche Beute hier im Waldviertel: selbst gefangene Fische vom Brunner in Gföhl, die auch gleich  auf der Feuerstelle gelandet sind, eine Maus die sich in die Badewanne verirrt hatte, etwas Holler, der jetzt der endlich reif ist – wir haben uns ausgetobt.

Wolfgang und Wendy waren auch wieder heroben und haben das schöne Wetter genossen.

Am Ende sah man nur noch die Trümmer rauchen 😉

Und die Braxn hat endlich einen gscheiten Stiel bekommen, jetzt muss ich nur mehr die Scheide fertig machen.

Fjällräven Nr. 21 (Medium)

Wieder mal ist ein kleiner Ausrüstungstest angesagt. Sicher, man könnte meinen ich hätte schon genug Rucksäcke, aber das Retro-Design des Fjällräven Nr. 21 hatte es mir irgendwie angetan. Außerdem war mir mein kleiner umgebauter IKEA-Rucksack gerade eine Spur zu klein, für einen Einkauf war kein Platz mehr.

Nun zu diesem guten Stück. Die verwendeten Materialien sind mal hochwertig, sowohl der G1000 Stoff, als auch die ledernen Riemen. Die Nähte sind sauber verarbeitet. Die seitlichen Außenfächer sind – dem Design geschuldet – sehr klein, zu klein z.B. für eine Trinkflasche, aber ideal um z.B. ein größeres Messer, eine Axt oder auch ein Powerpack zu transportieren. Innen ist der kleine Rucksack ein Raumwunder, und durch den Schnee/Regenschutz oben sowie den verstellbaren Deckel auch wunderbar flexibel. Die Rückenpolsterung ist primitiv, erfüllt aber den Zweck und stabilisiert auch die Rückwand. Das entnehmbare Sitzkissen ist eine nette Idee. Die Innenfächer für Laptop etc. sind gut dimensioniert, auch eine kleine Tasche mit Zip für Kleinkram, und eine vordere Tasche in der getesteten Medium-Ausführung (bei der Large-Version fehlt diese Tasche, die aber auch praktisch ist um die Kordel des Regenschutzes zu verstauen).

Soweit zu den guten Ideen. Allerdings:

Die seitlichen Außenfächer hab ich ja schon erwähnt. Platz für eine 1l-Flasche (Nalgene, oder auch eine Sigg) wäre schon nett gewesen.

Die innen angebrachte Flaschentasche ist zwar nett, aber unpraktisch, genau genommen muss man den ganzen Rucksack ausräumen um an die Flasche heranzukommen.

Das Sitzkissen ist auch so eine nicht ganz durchdachte Sache. Gut, aber wohin damit wenn das Ding dann nass ist? Wieder in den Rucksack zurück eher nicht, unter dem Deckel kann man es zur Not unterbringen, ideale Lösung ist das allerdings nicht.

Ein totaler Entwurfs/Denk/Montagefehler sind aber die Deckelriemen. Ich habe selbst etwas gebraucht bis ich draufgekommen bin wo der Fehler liegt: Die schlüssellochförmigen Ausnehmungen sind genau oben-unten verkehrt. Eigentlich sollte man die Kugel des Verschlusses durch das große Loch schieben, und durch Zug würde der Verschluss dann in den dünneren Teil der Ausnehmung rutschen. Nur: der Zug des Deckels geht nach oben, nicht nach unten! Somit rutscht der Verschluss automatisch in die „Öffnungsposition“ (wenn man das so nennen will).

Update: Laut Stellungnahme des Kundendienstes ist es Absicht,  der dünne Teil des Einschnitts soll nur das Verschließen erleichtern, nur bei einem steiferen Material wäre ein „Reinrutschen“ gewünscht. Aber man kann ihnen nicht absprechen das sie zu solchen Anfragen zumindest Stellung nehmen 😉

Fazit: Ein Rucksack aus hochwertig verarbeiteten Materialen, in einer sehr angenehmen Größe. Leider mit einigen Details die nicht so ganz durchdacht sind – was aber offenbar noch niemanden so wirklich aufgefallen ist, zumindest hab ich bisher im Internet nichts dazu gefunden

 

4 Gründe warum das Handy im Wald unnötig ist

Wir sind es gewohnt immer online zu sein. Außerdem sind Handys heute nicht mehr nur Telefone, sondern kleine Computer mit Kamera und Navigationssystem. Vom Standpunkt „mehrere Geräte in Einem“ macht es auf den ersten Blick also Sinn das Handy mit auf die Wanderung zu nehmen. Praktisch gesehen reduzieren sich die Anwendungen allerdings sehr schnell.

1. Akkulaufzeit

Voll geladen hielt mein altes Nokia gut eine Woche durch. Mit dem Smartphone kann ich von Glück reden wenn es anderthalb Tage sind. Das mag für einen Tagesausflug noch ausreichend sein, für eine länger Wanderung oder einen Campingausflug ist es auf jeden Fall zu wenig. Zwar lässt sich diese Zeitspanne mit einer Powerbank ausdehnen, damit schleppt man aber bereits ein zusätzliches schweres Stück Ausrüstung für einen zweifelhaften Zweck herum. Und Lademöglichkeiten sind zumindest auf meinen Touren selten.

2. Kamera

Natürlich ist es praktisch auf die Schnelle ein Bild mit dem Handy zu schießen. Und die Kameras werden auch immer besser. Nur: Naturfotos kommen meistens in zwei Kategorien: Zu nahe (Makroaufnahmen von Pflanzen) oder zu weit weg (Tierfotografie). Unklare Lichtverhältnisse bei Dämmerung oder Nebel liefern wunderbare Stimmungsbilder – und überfordern die meisten Handykameras. Wenn ich also gute Fotos nach Hause bringen will ist zumindest eine Kompaktkamera mit ordentlichen Objektiv das Minimum der Gefühle.

3. Navigation

Hier besteht die Gefahr das wir uns auf die zweifelhafte Sicherheit des ständig bereiten Navis verlassen. Wenige bedenken das z.B. Google Maps die Karten aus dem Internet lädt. Gibt es keinen Empfang (und dafür muss ich nicht weit gehen, schon im nahen Waldviertel kenne ich viele tote Flecken) ist Schluss mit diesem praktischen Feature. Das lässt sich zwar mit einer App umgehen die offline Karten speichert (z.B. Navmii), es bleibt aber Punkt 1 – und nach Murphy’s Law wird der Akku genau dann leer sein wenn man sich verirrt hat und sich auf diese Navigationshilfe verlässt. Althergebrachte Navigation über Karten, Kompass sowie ein Orientierungstraining sind gerade bei komplizierteren Touren ein Muss. Auch moderne Navis sind – wegen der Akkulaufzeit – nur bedingt auf Dauer brauchbar.

4. Kommunikation

Mal ehrlich: ich will gar nicht immer erreichbar sein. Oder Wild erschrecken weil plötzlich das Telefon läutet. Und Facebooken kann ich zuhause am PC besser. Fotos hochladen macht mit Highspeed-Internet auch mehr Spaß. Auch spielt hier wieder die Netzabdeckung und der Akku eine große Rolle.

Ausnahme Notfall: Das ist der einzige Grund ein Handy überhaupt mitzuschleppen. Ausgeschaltet, und bei niedrigen Temperaturen trotzdem warm damit der Akku bei Leistung bleibt.

Tipp: ein Notruf ist auch möglich wenn der eigene Netzbetreiber nicht verfügbar ist: einfach das Handy starten und statt der PIN-Eingabe 112 (Euro-Notruf) wählen. Das funktioniert auch mit Wertkartenhandys ohne Guthaben, ohne Sim-Karte oder bei Tastensperre.

Bärlauch

Wenn ich heute so aus dem Fenster schaue glaube ich es gar nicht – kalt, Regen, in höheren Lagen Schnee.

Am Sonntag dagegen war es sonnig, und beim Spaziergang an der Ybbs war die Natur schon deutlich am Erwachen. Unzählige Schneeglöckchen, kleine blaue sternförmige Blumen die ich leider nicht kenne, sogar die ersten Veilchen wagen sich schon heraus.

Und: der Bärlauch ist da.

Also haben wir fleißig geerntet, und gestern in der Nacht habe ich dann ein Pesto produziert.

Die Zutaten sind einfach: Bärlauch, etwas Knoblauch, Salz, Pfeffer, Pinienkerne und Olivenöl. Alles klein gemacht bzw. im Mörser gestampft, in Gläser gefüllt, leicht erwärmt und verschlossen – fertig.  Wie bei allem Eingemachten: Obacht das die Glaskante sauber ist, dann hält es auch dicht.

Sechs Tipps für Autofahrer im Waldviertel

Original erschienen im »Bezirksblatt:

Autofahren im Waldviertel
Sie sind auf Waldviertler Straßen unterwegs? Sie sollten mit allem rechnen…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Warum Sie auf alles vorbereitet sein sollten und wem Sie auf den Waldviertler Straßen besser ausweichen: der ultimative Guide für alle, die zum ersten Mal mit dem Auto ins Waldviertel fahren.

WALDVIERTEL. Das Waldviertel bietet eine raue Schönheit, wildromantische Natur und teils mystische Landschaften. Kein Wunder, dass die Region bei Urlaubern aus Nah und Fern so beliebt ist. Aber es gibt einige Besonderheiten, die der Reisende beachten sollte, vor allem wenn er die Straßen der Großstadt gewöhnt ist und sich ins Abenteuer im Viertel ob dem Manhartsberge stürzt.

Unsere (nicht ganz ernst gemeinten) Tipps für Autofahrer, die zum ersten Mal ins Waldviertel kommen. Befolgen auf eigene Gefahr!

1. Überholen Sie den Wiener vor sich so lange Sie noch können

Liebe Wochenendgäste aus Wien! Wir schätzen euch wirklich sehr, aber wenn ihr mit 70 km/h über die Bundesstraße kriecht, da werden den Waldviertlern die Erdäpfel faulig.

Also: überholen Sie die Großstädter sobald Sie können, denn die nächste Überholmöglichkeit lässt auf sich warten – bestimmt.

2. Autofahrer im Suzuki-Allrad haben Recht. Immer!

Vor Ihnen biegt ein Geländewagen in einem halsbrecherischen Manöver ein und schert sich nicht, dass Sie eine Vollbremsung hinlegen müssen? Zeigen Sie ihm bitte nicht den Vogel oder lassen sich zu anderen Unflätigkeiten hinreißen. Sie werden es bereuen. Der Lenker vor Ihnen ist nämlich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schwer bewaffnet und überaus zielsicher, wenn es drauf ankommt. Also: Lassen Sie ihn und halten Sie gebührend Respektabstand.

3. Rechnen Sie mit allem, aber nicht mit Infrastruktur

Das Waldviertel ist eine wildromantische Gegend. Das gilt auch für sämtliche Straßen. Außerdem sind Fahrbahnen nicht nur für Autos da, sondern eher als Begegnungszonen zu verstehen. Ein Pferdefuhrwerk vor Ihnen, spielende Kinder, Jogger, ältere Damen beim Tratsch oder sogar ein guter Samariter, der den Nachbarn in der Scheibtruhe vom Wirtshaus heimbringt, weil der zu tief ins Glas geschaut hat – auf den Straßen des Waldviertels ist alles möglich. Versuchen Sie das mal auf der Südosttangente!

Gleiches gilt für Naturereignisse. Der Sturm hat wieder einmal Äste quer über die Fahrbahn gefegt, oder gar einen ganzen Baum niederkrachen lassen? Einen Waldviertler schreckt so etwas nicht

4. Parallelwege sind für Fußgänger

Das Konzept eines so genannten Wirtschafts-Begleitweg hat sich im Waldviertel nicht herumgesprochen. Spaziergänger freuen sich über die um Millionen ausgebauten Straßen neben der Straße. Rechnen Sie nur bitte nicht damit, dass Traktoren oder andere Landmaschinen auf ihnen fahren. Ein stolzer Waldviertler Landwirt würde niemals einen Parallelweg benutzen. Schließlich will man die Spaziergänger ja nicht stören.

5. Sie glauben Sie wissen was Nebel ist? Denken Sie nochmal drüber nach

Mit dem Wort „Nebel“ geht der Waldviertler sehr vorsichtig um. Davon spricht man nämlich erst, wenn man wirklich nichts mehr sieht – und wir meinen gar nichts. Sie können immer noch den nächsten Leitpfock erkennen? Dann haben Sie es nicht mit Nebel zu tun, sondern maximal mit ein wenig Dunst. Ach ja: Nebelscheinwerfer und -Schlussleuchte sind für einen Waldviertler eher zur Dekoration des eigenen Fortbewegungsmittels…

6. Im Herbst oder Frühjahr ohne Winterreifen im Waldviertel? Schlechte Idee…

Sie planen einen herbstlich-schönen Wandertag Ende Oktober? Oder einen Frühlingsspaziergang Ende März? Wenn Sie keine Winterreifen auf ihrem Auto montiert haben, fahren Sie lieber in den warmen Süden oder ins benachbarte Ausland, aber bitte nicht ins Waldviertel. Glauben Sie nicht? Probieren Sie’s aus, aber sagen Sie nicht, wir hätten Sie nicht gewarnt! „Sommer“ ist im Waldviertel ohnehin nur im Zeitraum von Juni bis Ende August.